Autor, Buch und Thema des Monats Juni

Neu in der Pfarrbibliothek St. Nikolaus Eupen

Viel Lesestoff zu bunt gemischten Themen bietet die Öffentliche Pfarrbibliothek St. Nikolaus Eupen. Jeden Monat wählt sie einen Autor, ein Buch und ein Thema aus. Im Juni handelt es sich um:

Autor des Monats: Heinrich Böll

1917 geboren, war der junge Böll nach dem Abitur Lehrling in einer Buchhandlung. Schon 1938 wurde er zum Reichsarbeitsdienst und 1939 zur Wehrmacht eingezogen. Als Infanterist erlebte er den Krieg bis zum bitteren Ende. Danach blieb ihm die Überzeugung: "Es gibt nichts Sinnloseres als Krieg und Militär". 1945 kehrte er in seine fast völlig zerstörte Heimatstadt zurück, studierte Germanistik und begann 1947 mit der Veröffentlichung von Kurzgeschichten und Hörspielen.

In einer Vielzahl von Romanen schilderte er schonungslos, aber zugleich mit dem Blick auf mögliche Abhilfe - die sich auf Liebe, Verständnis und Toleranz gründen müsse -, die Probleme im Nachkriegsdeutschland: die Krise der Ehe, die Not der Stunde Null, das Los der Kriegerwitwen und -waisen, die Oberflächlichkeit der "Wirtschaftswunderkinder", die unbewältigte Nazi-Vergangenheit, die Heuchelei und Verlogenheit der Adenauer-Ära. Auch mit seiner katholischen Kirche ging er hart ins Gericht. 1972 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Seit 1982 war er Ehrenbürger von Köln. Eine Stiftung und ein Preis tragen seit 1997 Bölls Namen.

Buch des Monats : : Lexikon neureligiöser Bewegungen, esoterischer Gruppen und alternativer Lebensweisen Verlag Herder, Freiburg im Breisgau, 2009

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Wir leben in einer Welt, in der viele Religionen, religiöse Gruppen und Bewegungen sowie weltanschauliche Ideen und Strömungen nebeneinander existieren. Die meisten sind sozialverträglich, einige jedoch konfliktträchtig. Die Spreu vom Weizen zu trennen, das ist ein Anliegen dieses rund 250 Seiten starken Werks, das in über 110 Artikeln die sich außerhalb der Weltreligionen entwickelnde religiös-weltanschauliche Szene beschreiben.

Man kann feststellen, dass es dabei immer um eine Sinnsuche und auch so etwas wie eine letzte Bedeutsamkeit geht. Dies ist selbst in den Ritualen der Agnostiker oder Atheisten noch präsent. Der Trend geht jedenfalls eindeutig zur individuell-privaten Spiritualität.

Aus der Sicht der Autoren besteht dennoch kein Grund, die Religion generell totzusagen. Ihre Ausdrucksformen sind allerdings bunter, vielfältiger und pluralistischer geworden.

Thema des Monats: Frauen und Männer: gleich oder komplementär?

Die Frage der Geschlechter und ihrer komplexen Beziehungen zueinander beschäftigt unsere Gesellschaft mehr und mehr. Und nicht immer halten die Antworten einer wissenschaftlichen Prüfung stand. In der Tat berührt das Thema viele Bereiche: ethische, moralische, religiöse, wirtschaftliche usw. Gerade in einem Bereich mit so weitreichenden Zukunftsfolgen ist es lohnend, sich Zeit zu nehmen für gründliche Information und einen Vergleich der Positionen.