Autor, Buch und Thema des Monats

Neu in der Pfarrbibliothek St. Nikolaus Eupen

Viel Lesestoff zu bunt gemischten Themen bietet die Öffentliche Pfarrbibliothek St. Nikolaus Eupen. Jeden Monat wählt sie einen Autor, ein Buch und ein Thema aus. Im Juli handelt es sich um:

Thema des Monats Juli 2017: Frankreich-Krimis, Sommerlektüre

Frankreich gilt als eines der beliebtesten Urlaubsziele überhaupt: Paris, die Bretagne, die Côte d'Azur, das Périgord, Burgund, das Elsass ... Kein Wunder, dass auch die Krimiautoren das Land als Kulisse für ihre Erzählungen entdeckt haben. Angefangen hatte dieser Trend bereits mit dem legendären, der Fantasie des Lüttichers Georges Simenon entsprungenen Kommissar Maigret. Seitdem ist die Zahl der Frankreich-Krimis spektakulär angestiegen. Vom Landpolizisten Bruno über den bretonischen Kommissar Dupin bis hin zu Ulrich Wickerts Untersuchungsrichter Jacques Ricou: Sie ermitteln, lösen die kompliziertesten Fälle und zelebrieren die französische Lebensart.

Autor des Monats Juli 2017: Hergé

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Wer Comic sagt, denkt unweigerlich an "Tintin et Milou". Die Abenteuer des pfiffigen Reporters sind um die Welt gegangen und wurden in fast hundert Sprachen und Dialekte übersetzt. Ihr Erfinder, der Belgier Hergé, alias Georges Remi (1907-1983), ist eine schillernde Persönlichkeit. Schon als Kind beginnt er zu zeichnen. Tintin bzw. Tim erblickt 1929 das Licht der Welt. Er trägt übrigens die Züge von Hergés jüngstem Bruder. Weitere Comic-Helden folgen: Quick, Flupke, Jo, Zette, Jocko, um nur einige zu nennen. Hergés Haltung während des Zweiten Weltkriegs ist nicht eindeutig. Nach 1945 wird er vorübergehend mit einem Veröffentlichungsverbot belegt. Er verliert die Lust an seiner Arbeit. Seine Ehe besteht nur noch auf dem Papier. Er beginnt zu reisen, konsultiert namhafte Ärzte, orientiert sich neu. Der Stil seiner Comics wandelt sich, ebenso die Geschichten. Die erste Mondlandung, die Hergé vorhergesehen hatte, bringt den internationalen Durchbruch.

Buch des Monats Juli 2017:
"Le terrorisme expliqué à nos enfants" von Tahar Ben Jelloun, 2016

In einem imaginären Gespräch mit seiner Tochter versucht der 1944 in Marokko geborene Schriftsteller und Poet Tahar Ben Jelloun in einfachen und präzisen Formulierungen den Terrorismus und seine Gräuel zu erklären. Es geht ihm darum, den Kindern die Angst zu nehmen. Wie? Vor allem, indem er die Dinge beim Namen nennt, sich die Welt nicht schön redet, die Realität allerdings ebenso wenig verharmlost. Man sollte die Auffassungsgabe von Kindern keineswegs unterschätzen, so der Autor. Die Märchen der Gebrüder Grimm oder die Geschichten aus tausend und einer Nacht strotzen streckenweise vor Grausamkeit. Doch Kinder spüren intuitiv, worum es in diesen Erzählungen letztlich geht, nämlich um den Kampf zwischen Gut und Böse. Daran gilt es anzuknüpfen. Der islamistische Terror ist grundsätzlich böse und beruht auf einem völlig pervertierten Koranverständnis, dem der Autor mit aller Entschiedenheit entgegentritt. Im Übrigen sollte man sich vom Titel nicht beirren lassen: auch Erwachsene werden Tahar Ben Jellouns Buch mit viel Gewinn lesen.