Autor, Buch und Thema des Monats April

Neu in der Pfarrbibliothek St. Nikolaus Eupen

Viel Lesestoff zu bunt gemischten Themen bietet die Öffentliche Pfarrbibliothek St. Nikolaus Eupen. Jeden Monat wählt sie einen Autor, ein Buch und ein Thema aus. Im April handelt es sich um:

Autor des Monats: Maxim GORKI

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Als Alexander Peschkow vor 150 Jahren in Nischni Nowgorod geboren, wuchs Gorki in ärmlichsten Verhältnissen auf. Früh verlor er seine Eltern und hielt sich mehrere Jahre alleine mit billigen Gelegenheitsjobs über Wasser. In Kasan, wo er sich erfolglos um eine Aufnahme an der Universität bemühte, kam er in den 1880er Jahren erstmals mit der marxistischen Bewegung in Kontakt. Nach einem missglückten Selbstmordversuch begab er sich auf eine rastlose Wanderschaft durch Russland und die Ukraine bis nach Tiflis und Samara. Hier fand er eine Anstellung als Journalist und heiratete. 1894 gelang ihm der Durchbruch als Schriftsteller; zwei Jahre zuvor hatte er das Pseudonym Maxim Gorki („der Bittere“). 1905 zwang ihn seine militante Gegnerschaft zum zaristischen Regime in die Emigration. Er lebte zuerst in Frankreich, dann bis 1913 auf der Insel Capri. Nach Russland zurückgekehrt, geriet Gorki immer häufiger in Konflikt mit Lenin, dem Führer der kommunistischen Revolution. Erneut ging er ins Exil. Erst nach Lenins Tod kehrte er 1927 – jetzt als „proletarischer Schriftsteller“ gefeiert –  in seine Heimat zurück. Vom sowjetischen Geheimdienst rund um die Uhr bewacht, lebte Gorki nun die meiste Zeit in Moskau, wo er 1936 unter mysteriösen Umständen verstarb. Seine Urne wurde an der Kremlmauer beigesetzt.

Buch des Monats: JOSEPH CARDIJN AU NOM DES JEUNES OUVRIERS von Claire Van Leeuw, Éditions jésuites, Namur, 2017

Joseph Cardijn kommt 1882 in einer Arbeiterfamilie zur Welt. Einen großen Teil seiner Kindheit und Jugend verbringt er in Hal bei Brüssel. Nach seiner Priesterweihe im Jahre 1906 widmet er sich ganz der Arbeiterseelsorge. Besonders das Schicksal der jungen Arbeiterinnen und Arbeiter beschäftigt ihn. Für sie gründet er 1925 die Christliche Arbeiterjugend und treibt deren Ausbreitung mit größtem Einsatz voran. Von Pius XI. bis Paul VI. haben alle Päpste Cardijns Werk anerkannt und gefördert. Als sichtbarstes Zeichen dieser Wertschätzung ist wohl die Erhebung des anspruchslosen Seelsorgers Cardijn zum Kardinal zu werten. Zwei Jahre danach stirbt der bis zum Schluss unermüdlich tätige Anwalt der Arbeiterschaft am 24. Juli 1967 in einem Krankenhaus in Löwen. Schnörkellos, aber mit großem Einfühlungsvermögen und historischer Präzision, zeichnet die Historikerin Claire Van Leeuw das Leben dieser charismatischen Priestergestalt und lässt eine Ära der neueren Kirchengeschichte lebendig werden.

Thema des Monats: HALLO WELT, HIER KIRCHE von Norbert Fink, Gütersloher Verlagshaus

Er ist Elvis-Imitator, begeisterter Kinobesucher, Rap- Texter und Jugendseelsorger im Erzbistum Köln: Norbert Fink, 41 Jahre jung, voller Enthusiasmus und neuer Ideen. Er möchte die Menschen für den Glauben begeistern, sie teilhaben lassen an seiner Gottesbeziehung und seiner Hoffnung, an dem was ihn stärkt oder schwächt, an seinen Zweifeln und an dem womit er sich schwertut. Unverzichtbar ist ihm der Kontakt mit den Menschen, da wo sie leben: wer von der Frohen Botschaft begeistert sei, dürfe sich nicht in Kirchen, Sakristeien, Pfarrhäusern und -heimen verstecken. Er sollte auch diejenigen ansprechen, die eher auf YouTube statt auf VatikanNews surfen, die lieber Rock, Rap oder Pop hören als Choräle und Orgelwerke, die lieber ins Kino statt in die Kirche gehen.

Thema des Monats: KARL MARX UND DIE SOZIALE REVOLUTION

Am 5. Mai 1818 kam in Trier der Theoretiker des politischen Sozialismus zur Welt. Im ausbeuterischen Kapitalismus sah Karl Marx den Urgrund sozialer Unruhen, wirtschaftlicher Krisen und gesellschaftlicher Ungleichheiten. Seine Prognose war düster: Die Anhäufung von Kapital in wenigen Händen könne auf Dauer nur zu einem immer größeren Missverhältnis zwischen einem stetig wachsenden Warenangebot und einer ebenso konstant sinkenden Kaufkraft führen. Damit bewirke das kapitalistische System letztendlich seinen eigenen Zusammenbruch. Dann aber stünde die Menschheit vor der Entscheidung, entweder in Barbarei zu versinken oder die Kapitalisten zugunsten der Allgemeinheit zu enteignen und durch die Diktatur des Proletariats den Sozialismus zu verwirklichen. Obwohl alle bisherigen Versuche, Letzteres in die Realität umzusetzen, gescheitert sind, haben die Fragestellungen des Karl Marx bis heute nichts von ihrer Aktualität eingebüßt.