Autor, Buch und Thema des Monats Mai

Neu in der Pfarrbibliothek St. Nikolaus Eupen

Viel Lesestoff zu bunt gemischten Themen bietet die Öffentliche Pfarrbibliothek St. Nikolaus Eupen. Jeden Monat wählt sie einen Autor, ein Buch und ein Thema aus. Im Mai handelt es sich um:

Autor des Monats: Ödön von Horváth

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Der 1901 in Susak, Österreich- Ungarn, als Sohn eines Diplomaten Geborene begann 1920 zu schreiben. Ab 1923 lebte er vor allem in Berlin, Salzburg und bei seinen Eltern im oberbayerischen Murnau. Er band sich an keine politische Partei, sympathisierte aber mit der Linken. Schon früh warnte er vor den Gefahren des heraufziehenden Faschismus. 1929 trat er aus der katholischen Kirche aus. Als die SA nach Hitlers "Machtergreifung" die Villa seiner Eltern in Murnau umstellte, wich Horváth nach Österreich aus. Hier heiratete er 1933 die jüdische Sängerin Maria Elsner. Nach dem Scheitern seiner Ehe kehrte er nach Deutschland zurück, wurde aber 1936 ausgewiesen und aus der Mitgliederliste der "Reichsschrifttumskammer" gestrichen. Weil seine Stücke in Deutschland nun nicht mehr aufgeführt werden durften, verschlechterte sich seine finanzielle Lage zusehends. Erst mit seinem 1937 in Amsterdam erschienenen Roman "Jugend ohne Gott" verzeichnete er wieder einen Erfolg. Das Buch wurde sogleich in mehrere Sprachen übersetzt, in Deutschland jedoch eingezogen und verboten. Am 1. Juni 1938 wurde Horváth während eines Gewitters auf den Pariser "Champs- Élysées" von einem herabstürzenden Ast erschlagen. Seine sterblichen Überreste ruhen seit 1988 in Wien, wo auch sein literarischer Nachlass verwaltet wird. Die Zukunft sah er bitter: "Der Einzelne wird, da wo er sich auflehnen will, von der Gesellschaft... zerrieben, wenn er nicht resigniert." Eine Reihe seiner Werke wurde verfilmt.

Buch des Monats: Das Erzählcafé von Margarita HENSE (Don Bosco Medien Gmbh, München, 2016)

Der Untertitel erläutert den Zweck des Buches: Themen und Ideen für lebendiges Erinnern und Gedächtnistraining mit Senioren. Die Autorin, Dr. Margarita Hense, Erzieherin und Diplom-Pädagogin, war viele Jahre Fachberaterin für Kindertageseinrichtungen. Heute arbeitet sie als freiberuflicher Coach und leitet im Raum Paderborn sogenannte Seniorencafés. Dem Gespräch und der Erinnerung, so Hense, kommt im Alter eine größere Bedeutung zu als in jüngeren Lebensjahren. Ein Problem des Älterwerdens ist es jedoch, dass der Tod immer mehr vertraute Menschen, mit denen man sich austauscht, dahinrafft. Gute Gespräche aber können heilen, berühren, bereichern. Daher Henses Idee, Erzählcafés zu eröffnen, die Möglichkeiten für das Gespräch miteinander schaffen und eine ideale Plattform für das biografische Arbeiten und das Gedächtnistraining bilden. Ein besonderes Highlight des Buches sind die beigefügten Erzählbeiträge von Teilnehmern der Erzählcafés, die die Leser(innen) auf eine Reise in die Vergangenheit mitnehmen. Eine Fülle von Praxistipps und Anregungen veranschaulichen, wie man Erzählcafés erfolgreich selbst gestalten und durchführen kann.

Thema des Monats: Mai 68

Im Mai 1968 brachen in Frankreich, Deutschland und Belgien fast gleichzeitig Studentenrevolten aus. Den einen ging es um mehr Demokratie, den anderen um die Aufarbeitung der Nazi- Vergangenheit oder noch konkreter, um die Teilung der Katholischen Universität Löwen. Aber alle protestierten im Grunde gegen eine verkrustete Gesellschaft, in der sie sich kein Gehör verschaffen konnten. Die Folgen dieses gesellschaftlichen Erdbebens haben Europa verändert. Ob zum Besseren oder zum Schlechteren, darüber streiten sich nach wie vor die Gelehrten.