02.10.2018

Autor, Buch und Thema des Monats Oktober

Neu in der Pfarrbibliothek St. Nikolaus Eupen

Viel Lesestoff zu bunt gemischten Themen bietet die Öffentliche Pfarrbibliothek St. Nikolaus Eupen. Jeden Monat wählt sie einen Autor, ein Buch und ein Thema aus. Im Oktober handelt es sich um:

Autor des Monats: René RÈMOND

 Der französische Historiker und Soziologe René Rémond stammte aus dem Jura. Er verstarb 2007 fast neunzigjährig in Paris. Nach dem Besuch mehrerer Pariser Gymnasien hatte er nach dem Wehrdienst ab 1942 an der berühmten Eliteanstalt "École normale supérieure" studiert. Seine 1952 erschienene Dissertation beschäftigte sich mit der Wahrnehmung der USA in Frankreich in den Jahren 1815- 1852. Danach forschte und lehrte er an der Sorbonne, der "Fondation nationale des sciences politiques" (FNSP) und dem "Institut d'études politiques de Paris". 1964 wurde er der erste Professor für Geschichte des 20. Jahrhunderts an der neu gegründeten Universität Paris- Nanterre. Von 1971 bis 1976 war der mittlerweile international renommierte Rémond ebenfalls Präsident dieser Universität. Bereits 1954 hatte er in einer grundlegenden Arbeit die vielfältigen Schattierungen der französischen Rechten aufgearbeitet, deren Wurzeln er bis ins Ancien Régime und die napoleonische Ära zurückverfolgte. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Untersuchungen waren die neuere und neueste Geschichte des französischen Katholizismus, den er gegen eine in seinen Augen ungerechtfertigte Dauerkritik verteidigte. Das hielt ihn jedoch nicht davon ab, die Verstrickungen der katholischen Hierarchie in das Untertauchen des prominenten Kollaborateurs Paul Touvier nach 1945 offen zu legen. Von 1997 bis zu seinem Tod war René Rémond Mitglied der "Académie française" und wegen seiner besonnenen Kompetenz als Kommentator des Tagesgeschehens gern gesehener Gast in den französischen Medien.

Buch des Monats: DER SKANDAL DER SKANDALE von Manfred LÜTZ, Verlag Herder

Manfred Lütz, im Hauptberuf Chefarzt des Alexianer- Krankenhauses in Köln, Dr. med., Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Diplom- Theologe ist im deutschen Sprachraum alles andere als ein Unbekannter. Als Vortragsredner, Gast in unzähligen Rundfunk- und Fernsehsendungen und Autor zahlreicher Bestseller gilt er als offener, humorvoller aber durchaus kirchentreuer "Katholik vom Dienst". In seinem neuesten Werk mit dem Untertitel "Die geheime Geschichte des Christentums" beschäftigt er sich mit dem Aufstieg "einer jüdischen Sekte" zur Weltreligion. In gewohnt lockerer Form versucht Lütz, ein breites Publikum zur Beschäftigung mit dem Christentum zu animieren. Das Ergebnis ist ein durchaus spannendes Plädoyer von 286 Seiten auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft, ein unverhohlen apologetisches Werk, in dem die unbestrittenen Verdienste des Christentums in aller Ausführlichkeit, die ebenso unbestreitbaren Schattenseiten seiner Geschichte jedoch eher als "Betriebsunfälle" geschildert werden. Dennoch: ein lesenswertes Buch für alle, die in einer Zeit, wo Religion allgemein und das Christentum im Besonderen einen schweren Stand haben, einer erfrischenden Ermutigung bedürfen.

Thema des Monats: MARIE ANTOINETTE UND DIE FRANZÖSISCHE REVOLUTION

Sie war jung, schön, lebenslustig und die Tochter der großen Maria Theresia von Österreich, die sie mit dem französischen König Ludwig XVI. verheiratete. Die völlig unterschiedlichen Temperamente der Eheleute belasteten ihre Beziehung von Anfang an. Die Königin suchte Abwechslung und stürzte sich in unüberlegte Ausgaben. Schon bald machte die öffentliche Meinung sie zum Sündenbock für viele Missstände im Frankreich des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Als 1789 die große Revolution ausbrach und sich in der Folgezeit mehr und mehr radikalisierte, waren die Tage des französischen Königspaars gezählt. Ludwig XVI. wurde am 21. Januar 1793 hingerichtet, Marie Antoinette folgte ihm am 16. Oktober des gleichen Jahres in den Tod. Sie trug ihr Schicksal mit großer Würde und völliger Ergebung in das, was sie als den "Willen Gottes" ansah.