02.10.2018

Autor, Buch und Thema des Monats November

Neu in der Pfarrbibliothek St. Nikolaus Eupen

Viel Lesestoff zu bunt gemischten Themen bietet die Öffentliche Pfarrbibliothek St. Nikolaus Eupen. Jeden Monat wählt sie einen Autor, ein Buch und ein Thema aus. Im November handelt es sich um:

Thema des Monats: der Erste Weltkrieg

Am 11. November 1918 ging der Erste Weltkrieg zu Ende, ein grauenvolles Völkerringen, das sich dauerhaft in das kollektive Gedächtnis vieler Nationen eingebrannt hat. 70 Millionen kämpfende Soldaten, 21 Millionen verwundete Soldaten, 9,5 Millionen gefallene Soldaten (im Schnitt 6.000 Gefallene pro Tag, vier Jahre lang...), 13 Millionen getötete Zivilisten, 8 Millionen ums Leben gekommene Pferde: das sind einige Zahlen, die deutlich machen, dass dieser Krieg alles bis dahin Erlebte weit in den Schatten stellte.

Autor des Monats : Erich-Maria REMARQUE

Es sollte über zehn Jahre dauern, ehe sich die Erlebnisse des Ersten Weltkriegs in  der Literatur niederschlugen. In Deutschland ist es der 1928 erschienene Roman "Im Westen nichts Neues" von Erich Maria Remarque (1898 - 1970), der den brutalen Kriegsalltag erstmals aus der Sicht des Frontsoldaten schildert. Seine schonungslose Wiedergabe der Kriegswirklichkeit wird völlig beherrscht vom fassungslosen Grauen über eine sich selbst vernichtende Menschheit. Vehement ergreift Remarque Partei gegen Krieg und Gewalt. Überzeugend und literarisch geschickt beschreibt er das Abstoßende und Klägliche eines Kampfes, der bei allen Beteiligten Charaktereigenschaften zum Vorschein kommen lässt, die sie das Fürchten lehren. Denen, die der Kriegshölle entronnen sind, bleibt nur die Resignation: "Wenn wir jetzt zurückkehren, sind wir müde, zerfallen, ausgebrannt, wurzellos und ohne Hoffnung. Wir werden uns nicht mehr zurechtfinden können."

Buch des Monats: DAS LEBEN WORTWÖRTLICH von J. Augstein und M. Walser LÜTZ, Rowohlt- Verlag, Reinbek, 2017

Jakob (geb. 1967) ist Mitte 30 als er erfährt, dass nicht der legendäre Gründer des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", Rudolf Augstein (1923- 2002), sondern der bekannte Schriftsteller Martin Walser (geb. 1927) sein leiblicher Vater ist. Jakob ist fast 40, Walser 80 als sie sich in München zum ersten Mal begegnen. Vorsichtig, zögernd, aber durchaus zugewandt nähern Vater und Sohn einander an. Das Verhältnis der beiden kennt Höhen und Tiefen, aber es schlägt Wurzeln. Irgendwann beschließen sie, gemeinsam ein Buch zu machen, ein "Gesprächsbuch". Zwölf Monate lang treffen sie sich regelmäßig und unterhalten sich. Jakob hat viele Fragen an den Vater, nicht alleine, was seine Mutter angeht, sondern überhaupt: Wie waren Walsers Eltern? Wie standen sie zu Hitler-Deutschland? Wie rechtfertigt der Schriftsteller seine politischen Kapriolen? usw. Ohne den bohrenden Fragen auszuweichen, zieht Walser sich nicht selten in die "Erinnerungslosigkeit" zurück, was den Sohn, insbesondere als es um seine Geburt und Kindheit geht, mitunter fast sprachlos macht. Dennoch ist das Gespräch getragen von gegenseitigem Respekt und Verständnis. "Das Leben wortwörtlich. Ein Gespräch" von Martin Walser und Jakob Augstein ist zweifellos ein Stück deutsche Zeitgeschichte.